Hypnosetherapie

Ein Beispiel einer Blitzhypnose (Einleitung)

 

 

Als Hypnose (von griech. hypnos , „Schlaf“) wird das Verfahren zum Erreichen einer hypnotischen Trance bezeichnet, welche durch vorübergehend geänderte Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung gekennzeichnet ist. Oder es bezeichnet den Zustand der hypnotischen Trance, der durch eine hypnotische Induktion erreicht wird. Die Begriffe Hypnose und Trance werden häufig synonym verwendet, wobei Trance nur für einen Zustand steht; Hypnose kann sowohl den Zustand als auch das Verfahren bezeichnen.

In diesem Zustand sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unbewussten als auch die Konzentration auf eine bestimmte Sache stark erhöht, die Kritikfähigkeit des Bewusstseins in gleichem Maße reduziert. Dadurch können bestimmte Phänomene verstärkt oder überhaupt erst wahrgenommen werden, wie beispielsweise Änderungen des Bewusstseins und des Gedächtnisses, Kontrolle des vegetativen Nervensystems, vermehrte Empfänglichkeit für Suggestionen sowie für normales Bewusstsein ungewöhnliche Reaktionen und Vorstellungen. Die Definition ist nur vage, da die physiologischen Vorgänge noch immer erforscht werden. Der Zustand der Hypnose ähnelt natürlichen, spontan auftretenden Zuständen, die man vor allem beim Einschlafen und Aufwachen sowie bei Tagträumen, konzentriertem Lesen eines Buches oder Schauen eines Films erleben kann: Die Wahrnehmung ist eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins auf eine bestimmte Sache gerichtet (das Buch, der Film oder aber die Worte des Hypnotiseurs).

Der Bewusstseinszustand unter Hypnose ist jedoch ein besonderer Wachzustand des Unbewussten während das Bewusstsein ruht und weder mit dem des Schlafes noch mit dem des normalen Wachseins gleichzusetzen.

Hypnose findet in der Hypnotherapie Anwendung. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich gut belegt. Insbesondere wurden mit den Methoden der Kernspinresonanztomographie (MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) hirnphysiologische Korrelate von Trance-Zuständen klar nachgewiesen. Der Einsatz der Hypnose in der Medizin und in der Psychotherapie ist gesetzlich geregelt. Sie gehört zu den von den deutschen Krankenkassen anerkannten Leistungen.

Erleben, Reaktionen und Wirkungen der Hypnose sind sehr individuell. Da sie immer nur dem Hypnotisanden zugesprochen werden kann, die Trance als solche also vom Hypnotiseur unabhängig ist, könnte alles und jeder hypnotisieren. Ob eine Hypnose die gewünschten Erfolge erzielt, ist immer von der inneren Einstellung des Hypnotisanden abhängig. Diese Tatsachen werden häufig mit „Jede Hypnose ist eine Selbsthypnose“ zusammengefasst. Jedoch sind Kompetenz des Hypnotiseurs und Vertrauen in ihn ebenfalls notwendig, im Falle einer Selbsthypnose also Selbstvertrauen.

 

Begriffe

Als Hypnotiseur bezeichnet man dabei die hypnotisierende, als Hypnotisand (auch: Proband, in der Hypnotherapie Patient oder Klient) die hypnotisierte Person. Dabei kann eine Person auch beide Rollen übernehmen, das bezeichnet man als Auto- oder Selbsthypnose; in allen anderen Fällen nennt man es Fremd- oder Heterohypnose. Eine hypnotische Trance wird mittels Hypnose induziert, der Proband ist unter Hypnose oder in einer hypnotischen Trance. Zur Beendigung wird die Trance aufgelöst bzw. exduziert, der Hypnotisand wacht auf.

 

Geschichte der Hypnose

Hypnose wurde wahrscheinlich schon in der Frühzeit des Menschen verwendet. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, lassen sich Berichte über kultische Handlungen oder Dinge aus dem Schamanismus durchaus mit Hypnose in Form der Selbst- oder Fremdsuggestion erklären. Es ist davon auszugehen, dass Hypnose eher zufällig entdeckt wurde und seinen Ursprung in meditativen und kultischen Handlungen religiösen Hintergrundes haben dürfte. Spekulativ kann man davon ausgehen, dass sich die Hypnose aus massenpsychologischen Manipulationen bei religiösen oder kultischen Riten sowie aus den selbstmeditativen Erfahrungen von Priestern, Heilern und Schamanen entwickelt hat.

Wissenschaftlich jedoch wurde die Hypnose um 1770 von Franz Anton Mesmer wiederentdeckt. Dieser experimentierte mit Magneten, welche er Patienten auflegte. Er nannte den Effekt 'Magnetismus animalis', schrieb jedoch die Heilkräfte den Magneten zu. Aufgrund von Mesmers Popularität nannte man den Vorgang des Hypnotisierens lange Zeit auch „Mesmerisieren“; ein Ausdruck, der im zeitgenössischen Englisch noch existiert.

 

Zum ersten Mal wurde die Hypnose 1843 vom britischen Arzt James Braid für eine hypnotische Trance verwendet.

Im 19. Jahrhundert war Frankreich mit den Schulen in Nancy (Ambroise-Auguste Liébeault, Hippolyte Bernheim) und Paris (Jean-Martin Charcot) führend in der Erforschung der Hypnose. Sigmund Freud wurde 1885 bei Jean-Martin Charcot in Paris auf die Experimente von Mesmer aufmerksam und versuchte selbst diese Methode um Patienten zu behandeln; dies wurde zum Ausgangspunkt seiner Studien über Hysterie. Später ließ er diese Methode jedoch wieder fallen und widmete sich seiner Technik der freien Assoziation. Über die Gründe, warum Freud sich von der Hypnose abwandte, kursieren nur Gerüchte: Einige Quellen berichten, sein (durch ein schlecht angepasstes Gebiss) unangenehm schlechter Atem hätte eine komfortable Nähe zu seinen Patienten verhindert (wodurch auch Freuds professionelles "Distanzdenken" erklärt wurde). Schriften zeigen jedoch, dass Freud auch nach seinem vermeintlichen Abwenden von der Hypnose häufig noch mit der Technik gearbeitet hat.

Wesentlich weiterentwickelt wurde die Hypnose im 20. Jahrhundert im deutschen Sprachgebiet zunächst durch Oskar Vogt, dann durch dessen Schüler Johannes Heinrich Schultz, der daraus das autogene Training entwickelte, und später durch Klaus Thomas. Im amerikanischen Sprachgebiet wurde die Hypnose wesentlich weiter entwickelt durch Milton H. Erickson (indirekte Hypnose), Kroger und Dave Elman (autoritäre Hypnose). In England gilt John Hartland als einer der bekanntesten Hypnotiseure. Sein Buch "Dictionary of Medical and Dental Hypnosis" zählt auch heute noch zum offiziellen Ausbildungslehrwerk für britische Hypnoseärzte.

Milton H. Erickson begründete eine neue Form der Hypnotherapie, die heute als die modernste Form der Hypnose gilt und aus der sich weitere psychologische Methoden wie z.B. das NLP (Neurolinguistisches Programmieren) entwickelten.

 

Hypnotisierbarkeit

Die Frage, ob jemand hypnotisierbar ist, spielt in der Hypnose eine zentrale Rolle. Oftmals spiegelt die Frage die eigene Erwartungshaltung wider: Man glaubt, Hypnose wäre ein Entweder-Oder-Zustand. Entweder "ist" man in Hypnose oder man ist nicht hypnotisiert. Dieser Glaube ist jedoch nicht korrekt, und eine Richtigstellung gibt meist auch Aufschluss über die Ausgangsfrage: Im Prinzip ist jeder geistig gesunde Mensch hypnotisierbar; Ein Unterschied besteht jedoch im Grad der erreichten Trancetiefe.

Etwa 10 Prozent der Menschen sind sehr leicht hypnotisierbar. Praktisch nicht hypnotisiert werden können oder dürfen nur rund 5 Prozent, diese Menschen leiden unter viel zu niedrigem Blutdruck, Herzschwäche, hirnorganischen Beeinträchtigungen, Geisteskrankheiten, schweren Persönlichkeits- oder Zwangsstörungen, Hysterie oder Psychosen oder stehen unter Schock, starkem Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholeinfluss. Blinde Menschen allerdings gelten als kaum, gehörlose Menschen als bedingt hypnotisierbar. Zur Hypnotisierbarkeit streitet sich die Fachwelt immer wieder: In jüngster Zeit propagieren einige Hypnotherapeuten (wie z.B. Agnes Kaiser-Rekkas) die Hypnotisierbarkeit von Menschen, die an einer Psychose erkrankt sind.

Zur Hypnose ist nur der Mensch befähigt, da er im Gegensatz zu Tieren ein dominantes Bewusstsein besitzt. Diesem Bewusstsein kann durch Hypnose die beherrschende Stellung zeitweise genommen werden bzw. eingeengt werden, so dass das Unbewusste dominant wird.

 

Verlauf

Einleitung der hypnotischen Trance

Eine Hypnose besteht in der Regel aus einer hypnotischen Einleitung (Induktion), dem Zwischenteil (Suggestion, Analyse oder z.B. Arbeit mit Metaphern) und der hypnotischen Ausleitung (Exduktion).

Eine hypnotische Trance kann verschiedenartig induziert werden. Grundlegend wird zwischen direkten (autoritären, paternalen) und indirekten (permissiven, maternalen) Verfahren unterschieden. Bei der direkten Induktion wird meist mit befehlsähnlichen Suggestionen (Deine Augen werden schwer, schließe jetzt deine Augen) gearbeitet. Bei indirekt formulierten Induktionen haben die Sprachmuster eher erlaubenden und gewährenden Charakter ("Vielleicht spürst du, wie deine Augen jetzt wie von selbst schwer werden und sich schließen möchten").

Eine besondere Rolle spielen die Blitzinduktionen, die eine leichte Trance oftmals innerhalb von wenigen Sekunden induzieren können. Die Blitzinduktion lebt von einer hohen Erwartungshaltung und einem Überraschungsmoment. Beide Komponenten erlauben es dem Hypnotisanden, sehr schnell in eine Trance zu gehen. Die Blitzinduktion wird überwiegend im Showbereich und nur selten im therapeutischen Kontext genutzt.

Förderlich bis notwendig sind für die Induktion Sicherheit und Geborgenheit, beides kann notfalls auch suggeriert werden, Musik kann ebenfalls helfen. Die Suggestionen werden gern wiederholt oder enthalten selbst Wiederholungen, auch Monotonie wirkt. Die Körperhaltung ist eigentlich egal, jedoch sollte sich der Proband entspannen können.

Üblicherweise wird Entspannung suggeriert oder direkt durch progressive Muskelentspannung herbeigeführt. Eine andere Herangehensweise ist das Angleichen von normalerweise unbewusst ablaufenden Prozessen (z. B. Atmung oder Lidschlag) an die Suggestionen. Mithilfe passender Suggestionen kann sogar die Hypnose selbst eingeredet werden. Dabei werden gern Stufen von einer bestimmten Anzahl langsam abwärts gezählt; mit jeder Stufe entspannt man sich dabei mehr und mehr, bis mit der letzten Stufe die Hypnose induziert sein kann. Auch Kombinationen verschiedener Techniken sind denkbar. Ihnen ist allen gemeinsam, dass sie das Bewusstsein mit wenig aufmerksamkeitsfordernden Tätigkeiten beschäftigen, so dessen Kritik gezielt umgehen und schrittweise ausschalten. Auf diese Weise verliert das Bewusstsein seine beherrschende Stellung, die Kritikfähigkeit wird eingeschränkt, das Unterbewusstsein wird direkt ansprechbar. Welche Suggestionen oder Methoden am besten geeignet sind, ist vom Probanden und von den näheren Umständen abhängig.

 

Trancephänomene

Körperlich

Im Verlauf einer Trance können unterschiedliche Phänomene auftreten. So ruft die Induktion messbare körperliche Veränderungen hervor. Durch moderne bildgebende Verfahren können spezifische Veränderungen der Gehirnaktivitäten in der Trance nachgewiesen werden. Die leichte Entspannung bei der Trance korreliert z.B. mit dem vermehrten Auftreten von Alpha-Wellen. Weithin bekannt ist auch die Körperstarre, die jedoch meist mit einer entsprechenden Suggestionen auftritt und nicht mit der Trance selbst. So können im Gegensatz zur Körperstarre auch bei Bewegungsabläufen Trancemerkmale beobachtet werden. Zum Überprüfen, ob eine Trance vorhanden ist, wird oft der Levitationstest (unwillkürliches Heben des Armes) eingesetzt. Vom vegetativen Nervensystem gesteuerte Körperfunktionen zeigen erholungsfördernde Merkmale, wie die Reduktion des Herzschlags, Senkung des Blutdrucks, verringerte Ausschüttung von Stresshormonen (Kortisol) etc. Auch eine erhöhte Immunbereitschaft konnte nachgewiesen werden.

Die körperliche Entspannung ist unter Umständen so groß, dass Sprechen ohne weiteres nicht mehr möglich ist. Dazu muss erst suggeriert werden, dass es leicht fällt zu sprechen und dass sich nur die dazu nötigen Muskeln anspannen. Manchmal empfindet der Proband den Zustand der Trance auch so angenehm, dass dieser gar nicht mehr aufwachen möchte.

 

Kognitiv

Im Zustand der Hypnose können für Erwachsene eher untypische, eidetische (besonders detailliert, lebendige und genaue) Erinnerungen hervorgerufen werden, die in der Regel nur bei Kindern bis 5 Jahren auftreten. Bekannt sind auch die Phänomene der erhöhten Erinnerungsfähigkeit (Hypermnesie) sowie dem Gegenteil, des Erinnerungsverlusts (Amnesie). Die Hypermnesie konnte zwar bei einigen Menschen eindeutig nachgewiesen werden. Jedoch ist das Phänomen in der Summe so unzuverlässig, dass es für forensische Zwecke von der US-amerikanischen Ärztebund (American Medical Association, AMA) ausgeschlossen wurde (siehe auch False-Memory-Syndrom). Die Amnesie hingegen tritt spontan auf und wird wohl vom Unterbewusstsein eingesetzt, um das Bewusst-werden von Erkenntnissen und Erinnerungen zu verhindern. Auch die Wahrnehmung der Zeit kann sich verändern, sowohl in Richtung Beschleunigung als auch Verlangsamung.

Zwei für die Hypnotherapie wichtige Phänomene sind die Dissoziation und die Assoziation. In der Dissoziation können persönliche Eigenschaften, Erlebnisse und damit verbundene Gefühle vom eigenen Erleben getrennt (dissoziiert) und leichter von außen betrachtet werden. Assoziiert ist ein Mensch beim intensiven Erleben oder in der vollen Konzentration.

Besonders eine leichte Trance ist kaum vom normalen Wachbewusstsein unterscheidbar; Körper und Geist scheinen nur sehr entspannt und man bekommt auch alles wie gewohnt mit. Hieraus kann der Glaube vieler Patienten nach der ersten Hypnosesitzung beim Psychotherapeuten entspringen, nicht hypnotisiert gewesen zu sein.

 

Psychosomatisch

Ein großes Anwendungsgebiet der Trance spannt die Anästhesie bzw. Analgesie auf (Die Begriffe werden meist synonym verwendet; die Analgesie ist jedoch eine Form der Anästhesie). Durch körperliche Dissoziation können Schmerzen aus dem individuellen Erleben temporär oder auch dauerhaft entfernt werden. Zur Anwendung kommt dieser Effekt sowohl bei akutem Schmerz als auch bei chronischen Schmerzen. Auch Heilung von Hauterkrankunen sind in der Trance (wissenschaftlich gestützt) nachgewiesen worden, wie bei Warzen und Herpes Simplex. Von medizinischem Interesse ist auch der Einfluss auf die Durchblutung, beispielsweise zur Kontrolle der Blutung bei Operationen oder zur therapeutischen Unterstützung bei Morbus Raynaud.

 

Ähnliche Bewusstseinszustände

Es gibt viele Situationen, in denen das Unterbewusstsein wie in einer hypnotischen Trance wesentlich besser ansprechbar ist. Diese Zustände sind natürlich und treten meistens spontan ein. Besonders die Zeit direkt um den Schlaf herum ist dafür bekannt, aber auch Tagträume gehören dazu. Manchmal verliert sich der Träumende derart im Tagtraum, dass er sich mit Ende des Traumes sogar leicht erschreckt in der Realität wiederfindet. Aber auch lange und eintönige Autobahnfahrten induzieren genauso wie konzentriertes Lesen oder Fernsehen eine Trance. Spätestens mit der neurolinguistischen Programmierung ist bekannt, dass selbst intensive Gespräche oder Selbstgespräche direkt auf das Unterbewusstsein wirken können.

Der Zustand direkt vor dem Einschlafen kann mithilfe von Suggestionen beispielsweise dazu genutzt werden, die innere Uhr wie eine Art Wecker zu stellen, um so zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt aufzuwachen. Im Gegenzug dazu kann der Zustand direkt nach dem Aufwachen noch dazu genutzt werden, um die Träume der letzten Nacht in ein Traumtagebuch einzutragen, bevor die Erinnerungen (meist zusammen mit diesem Geisteszustand) verblassen. Eher peinlicherweise kommt dieser Zustand zum Einsatz, wenn unbewusst ein anderer Wochentag als der tatsächliche suggeriert wird: Wer beispielsweise direkt nach dem Aufwachen dem Glauben unterliegt, es sei Donnerstag, obwohl erst Mittwoch ist, wird trotz besseren Wissens ungewollt den gesamten Tagesablauf nach Donnerstag ausrichten.

Andere ähnliche Geisteszustände können Leben retten, wenn auch mit gravierenden Spätfolgen. Menschen, die z. B. Opfer eines Autounfalls sind, befinden sich über längere Zeit in Trance: Sie erleben ihre gesamte Umwelt wie in einer Art Zeitlupe, alles scheint sich langsamer zu bewegen. Dieser Trick des Unterbewusstseins gibt dem Opfer mehr Denkzeit, es kann schneller agieren und so in kürzester Zeit überlebensnotwendige Maßnahmen ergreifen. In Todesangst werden Menschen sogar komplett empfindungslos. In diesem Zustand können sie beispielsweise mit gebrochenen Beinen laufen, um so der Gefahr zu entfliehen. Erst wesentlich später bemerken sie die Schmerzen, deren Ursachen sich durch die Flucht wesentlich verschlimmert haben. Wegen der höheren Ansprechbarkeit des Unterbewusstseins in der Trance wird dieses auch wesentlich durch die Traumata geprägt, es kommt zu posttraumatischen Belastungsstörungen.

 

Anwendungsgebiete

Hypnotherapie

Der Einsatz von Hypnose in der Hypnotherapie ist wissenschaftlich und klinisch anerkannt und wird als Ergänzung zu vielen herkömmlichen Methoden eingesetzt. Bereits wenige Sitzungen können deutliche Veränderung bewirken; entsprechend vielseitig werden die Hypnose und ihre Techniken in der Therapie verwendet. Man kann sie beispielsweise zur Behandlung von Depressionen, Suchtkrankheiten, Sprachstörungen, zur Steigerung des Selbstwertgefühls, zum Stressabbau oder bei Schlafstörungen einsetzen. Schwere psychische Störungen oder Traumata sollten aber grundsätzlich nie selbst sondern nur unter Hinzunahme eines Therapeuten behandelt werden.

 

Selbsthypnose

Wird die Trance ohne Fremdhilfe induziert, wird von Selbsthypnose bzw. Autohypnose gesprochen. In ihrem Wesen ist die Selbsthypnose der Meditation nicht unähnlich, wenngleich beide Methodiken zwei unterschiedliche Ziele verfolgen: Wo es bei der Meditation tendenziell eher um ein "sich öffnen" geht, zielt die Selbsthypnose auf eine starke, intrapsychische Konzentration ab.

Selbsthypnose ist nicht schwieriger als von einem Gegenüber hypnotisiert zu werden, obwohl beide Rollen (Hypnotiseur und Hypnotisand) gleichzeitig wahrgenommen werden müssen. Jedoch ist keine so tiefe Trance erreichbar, da ein Teil des Bewusstseins mit der äußeren Struktur der Hypnose beschäftigt ist. Im umgekehrten Sinne bedeutet das, dass jede Hypnose eine Selbsthypnose unter Anleitung darstellt. In der Selbsthypnose kann der Verlauf der Hypnose und die Auswahl an Suggestionen sehr genau gesteuert werden: Niemand kennt sowohl das, was gerade erlebt wird, als auch eigene Wertvorstellungen und Bedürfnisse besser als man selbst.

Die Vorgehensweise unterscheidet sich kaum von der einer Fremdhypnose. Ob und wie man sich anspricht oder ob man die Suggestionen ausspricht, vor sich hinmurmelt oder nur denkt, hat dabei keinen Einfluss auf die Wirkung. Da die Suggestionen Konstrukte des eigenen Denkens sind, sind diese auch entsprechend gefärbt und von der unmittelbar erlebten Umwelt beeinflusst. So ist es normalerweise schwieriger, erst kürzlich aufgekommene abschweifende Gedanken zu ignorieren.

Bei einer Selbsthypnose werden meist weniger Phänomene wahrgenommen als bei einer Fremdhypnose. Das ist aber mit eigenen Zweifeln begründet, die während der Sitzung aufkommen und so Suggestionen unwirksam werden lassen. Zur Not können die Suggestionen auch auf CD oder Kassette aufgenommen werden. Wer dabei selbst spricht, sollte mit seiner Stimme vertraut sein; sie sollte in jedem Fall nicht als störend empfunden werden. Unabhängig vom Sprecher handelt es sich dann aber um Fremdhypnose und nicht mehr um Selbsthypnose.

Ort und Zeit können als Anker dienen, indem sie für jede Sitzung gleich gewählt werden. Wenn man zu müde ist, schläft man ungewollt schon während der Einleitung ein; das ist nicht weiter problematisch. In diesem Fall sollte ein Zeitpunkt gewählt werden, zu dem man noch nicht müde ist.

Besonders in den ersten Sitzungen ist es schwierig, die Wirkungen der Suggestionen nicht zu bewerten. Jede Bewertung hat Einfluss auf den Gedanken- oder Redefluss. Wenn durch etwaige Bewertungen Zweifel am Wirken aufkommen, gibt man sich ungewollt Gegensuggestionen, die gegebenen Suggestionen werden nichtig. Es ist immer sinnvoll, Erwartungen an die Selbsthypnose zurückzunehmen und besonders zu Beginn mit wenig spektakulären Phänomenen zu arbeiten. Da man sich Dinge nicht nicht-vorstellen kann, sollte eine affirmative und möglichst bildliche Sprache wie auch bei Fremdhypnose und Suggestionen selbstverständlich sein.

Mit zunehmender Erfahrung fällt es leichter, die Trance vom normalen Wachsein zu unterscheiden und man kommt auch schneller in Trance. Erfahrungen mit Meditation oder autogenem Training erweisen sich ebenfalls als hilfreich.

Wichtig für den Erfolg bei der Selbsthypnose ist eine gesunde Erwartung: Ähnlich der Hypnose hat auch die Selbsthypnose nichts mit spektakulären Veränderungen oder extremen Bewusstseinszuständen zu tun. Subjektiv mag sich die Selbsthypnose vielleicht nur wie eine leichte Entspannung anfühlen. Deshalb ist es wichtig, sich auf die Zielsetzung in der Selbsthypnose zu konzentrieren - die Wirksamkeit sollte hier im Vordergrund stehen, nicht das Gefühl. Als Ausnahme muss hier das Entspannungstraining genannt werden; gerade bei Angstpatienten kann Selbsthypnose hier eine wunderbare Wirksamkeit zeigen.

 

Leerhypnose

Bei einer Leerhypnose werden nach der Einleitung keine Suggestionen mehr gegeben, bis die Trance aufgelöst werden soll oder von selbst in Schlaf übergegangen ist. Es wird lediglich der entspannende Zustand genossen. Eine Leerhypnose ist bei Fremd- wie bei Selbsthypnose gleichermaßen möglich und mit Meditation vergleichbar. Bei der Leerhypnose wird oftmals bemängelt, dass die Chance, positive oder fördernde Suggestionen zu geben, nicht genutzt wird.

 

Operative Anwendung

Für Operationen wird in der Regel der Einsatz konventioneller Anästhetika oder Narkotika bevorzugt, doch gibt es dokumentierte Fälle, in denen der Einsatz einer hypnotischen Trance genügte. Anekdotisch werden einem der Vorreiter der Hypnose, James Esdaile, Hunderte von anästhetikumfreien Operationen in Indien zugeschrieben, die er angeblich nur mit Hilfe von Hypnose durchführen konnte.

 

Zahnmedizinische Anwendung

Bereits vor der systematischen Entwicklung von Anästhetika wurde die hypnotische Trance zur Schmerzkontrolle eingesetzt. Vermutlich durch (kognitive) Dissoziation vom eigenen Körper, können Teile der körperlichen Wahrnehmung ausgegrenzt werden. Dies hilft beispielsweise bei Patienten, die allergische Reaktionen gegen Anästhetika entwickeln. U.a. sind damit auch Zahnbehandlungen unter Hypnose schmerz- und damit auch angstfreier durchführbar.

 

Geburtshilfe

Die Praxis der Hypnose bei der Geburtshilfe hat eine lange Tradition und ist erst in den letzten zwei Jahrzehnten, wahrscheinlich durch die verstärkte Anwendung der chemischen Anästhesie in den Hintergrund getreten. Spezielle Konzepte zur Hypnose in der Geburtsvorbereitung sind:

  • Hypnoanästhesie: William Kroger (1977),

  • Acht-Punkte-Programm: Ernest und Josephine Hilgard (1975)

  • Ericksonsche Ansatz einer hypnotherapeutischen Paargeburtsvorbereitung: Noelle Poncelet (1990)

  • Hypnoreflexogene Methode der Geburtsvorbereitung: Schauble (1998)

Grundlage ist die Auflösung des Kreislauf von Angst, Anspannung und Schmerz, der in der Regeln den Geburtsvorgang begleitet, die Schmerzen verstärkt und Komplikationen hervorrufen kann. Eine breit angelegte Studie [1] (2001/2002) konnte einen umfassenden, positiven Einfluss der Hypnose auf die Geburt belegen.

 

Hypnoanalyse

Andere Bezeichnungen für die Hypnoanalyse sind analytische Hypnose, psychodynamische Hypnotherapie oder hypnodynamisch orientierte Psychotherapie. Allen gemeinsam ist, dass Hypnose im Kontext einer tiefenpsychologischen Arbeit zum Einsatz kommt. Sie unterstützt die klassische Psychoanalyse durch die Verwendung von Trancephänomenen. So kann die Aufmerksamkeit stärker auf den Gegenstand fokussiert werden, der Inhalt einer Hypnose (wie eine Altersregression) kann zum Gegenstand der Analyse werden oder aber die Arbeit am Widerstand (gegen die Erkenntnis) kann im Zustand der Trance deutlich reduziert werden. Diese Form darf NUR durch Psychoanalytiker durchgeführt werden.

 

Erste Hilfe

Ergänzend zur notärztlichen Versorgung kann hypnotische Kommunikation eingesetzt werden, um die Zeit bis zum Eintreffen von professioneller Hilfe sinnvoll zu nutzen. Hierzu Bedarf es jedoch unbedingt einer umfangreichen Ausbildung in hypnotischer Kommunikation, da z.B. verunfallte Menschen oft schon durch den Schock bereits in einem Zustand sind, der sie sehr empfänglich für Suggestionen macht. Die positive Wirkung konnte bei ausgebildeten Rettungssanitätern gezeigt werden.

 

 

Kosten der Ausbildung:

 

 

Grundlehrgang:

2 WE

600,-€ Gesamtkosten incl. Material und Getränke.

 

 

Erweiterungslehrgang 1 (klinische Hypnose):

2 WE

1200 € Gesamtkosten incl. Material und Getränke

 

 

Erweiterungslehrgang 2 (Rückführung):

2 WE

1800 € Gesamtkosten incl. Material

 

 

Bei mehr als 4 Teilnehmern verringern sich die Kosten pro zusätzlichen Teilnehmer um 10 %, bei mehr als 8 Teilnehmern um 20%. Bei Institutionen und einer Teilnehmerzahl von mehr als 5 Personen, gibt es einen Sonderrabbat von 30%, wenn die Betriebskosten zu Lasten er Institution gehen.

Zum Abschluß der Ausbildung gibt es eine Prüfung, praktisch und theoretisch.

Nach bestandener Prüfung ein Abschlußzertifikat.

 

Mindestteilnehmerzahl ist immer 4!

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